Kundenservice à la Kampa – Ein kleiner Nachtrag zur Heizlastberechnung

Eigentlich war mit unserer Heizlastberechnung alles klar. Vor knapp drei Wochen ist mir allerdings ein kleiner Fehler aufgefallen. Wir haben im Obergeschosse zwei Räume deren Decke bis unter das Dach offen ist. In der Heizlastberechnung waren sie aber mit der normalen Geschosshöhe berechnet worden. Ich wollte sicher gehen, dass dieser Fehler keine Auswirkungen auf die Planung der Heizung und insbesondere auf die Verlegung der Fußbodenheizung haben würde, da sich das Raumvolumen durch diese Bauweise schon deutlich vergrößert.

Also schrieb ich eine E-Mail an den Leiter des Kundenservice von Kampa, weil ich von ihm die ursprüngliche Heizlastberechnung zugeschickt bekommen hatte und unserem Bauleiter, mit der Bitte die Sache zu klären. Das war am Freitag den 24.7.2015 um 7:44. Als ich bis Montag Mittag keine Antwort bekommen hatte, was zugegebenermaßen nicht sonderlich viel Wartezeit war, beschloss ich die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Es ging zu dieser Zeit auf der Baustelle zügiger voran, als wir erwartet hatten und ich wollte durch diese Sache möglichst keine Zeit verlieren.

Da auf der Heizlastberechnung die Firma die sie erstellt hatte inklusive Anschrift und Telefonnummer angegeben war, beschloss ich einfach selbst dort anzurufen und die Sache zu klären. Nach einer kurzen Schilderung des Falls war mein Gesprächspartner sofort bereit die Sache zu prüfen. Er öffnete die Berechnung und bestätigte das die Raumhöhe für die beiden Räume falsch aus dem Plänen übernommen worden war. Dann korrigierte er die betreffenden Werte und versicherte mir, dass die Volumenvergrößerung der Räume keine spürbaren Auswirkungen haben würde. Er nahm sich viel Zeit und erklärte mir sehr ausführlich, dass in dieser Berechnung sehr viele Reserven stecken würden und ich mir da wirklich keine Sorgen machen müsste. Und das obwohl ich ja einen Parkettboden hätte und der sein ja vom Wärmedurchlasswiderstand her eigentlich nicht wirklich optimal für eine Fußbodenheizung.

Allerdings haben wir im Obergeschoss einen Korkboden und kein Parkett. Als ich nun darauf hinwies geriet mein Gesprächspartner kurz ins Grübeln. Denn Kork hat einen noch schlechteren Wärmedurchlasswiderstand. Für das Parkett wurde mit einem Wert von 0,1 gerechnet, während Kork eine Wert von ca. 0,13 hat. Als auch dieser Wert in der Berechnung korrigiert war, sah es mit den Reserven nicht mehr ganz so gut aus. Zwar wäre es immer noch nicht unbedingt nötig die geplante Verlegung der Bodenheizung anzupassen, aber eine Verringerung des Verlegeabstands von 15 auf 10 cm würde die ursprünglichen Reserven wieder herstellen. Wir einigten uns darauf, dass er die korrigierte Berechnung an die für die Verlegung der Fußbodenheizung zuständige Firma weiterleiten und eine Anpassung des Vorlegeabstands empfehlen würde. Alles weitere könnte ich dann mit Kampa direkt klären.

Dieses, für mich sehr zielführende Ergebnis, teile ich wiederum dem Leiter des Kundenservice und unserem Bauleiter mit. Verbunden mit der Bitte mir die korrigierte Heizlastberechnung zuzuschicken, sobald sie vorliegt und die Anpassung des Verlegeabstands bitte auch zu berücksichtigen, falls die Berechnung nicht rechtzeitig genug angepasst werden kann. Damit war die Sache für mich eigentlich erledigt. Doch das war leider ein Irrtum.

In den darauf folgenden Tagen und Wochen hörte ich zu diesem Thema nichts mehr. Vom Leiter des Kundenservice kam keinerlei Reaktion. Bei unserem Bauleiter hakten wir immer mal wieder nach und er versprach sich um die Sache zu kümmern. Dann erfuhren wir, dass Mitte dieser Woche die Heizung verlegt und der Estrich gegossen werden soll. Da sich in Bezug auf die Berechnung immer noch nichts getan hatte fragten wir erneut nach und erhielten heute, einen Tag vor Beginn der Arbeiten, von Kampa folgende Ansage:

1. Hat das Gespräch zwischen mir und der Firma, die die Heizlast berechnet, angeblich so nicht stattgefunden. Die Mitarbeiter seien befragt worden und es kann sich niemand daran erinnern überhaupt mit mir gesprochen zu haben.

2. Sei in der Berechnung natürlich alles bestens und sowieso so viele Reserven vorhanden, dass man nichts anpassen oder korrigieren muss. Wenn ich als Bauherr trotzdem auf einer Korrektur (des von Kampa gemachten Fehlers) bestehe, müsste ich natürlich die dafür entstehenden Mehrkosten tragen und

3. leider eine Verzögerung der Bauarbeiten von mehreren Wochen in Kauf nehmen.

So kann man die Sache natürlich auch lösen. Eine sympathische Mischung aus Kafkaroman und der Pate. Nach dem Motto: „Einen schönen Zeitplan haben sie da, wäre doch wirklich schade wenn dem etwas zustoßen würde…“

Die Rechnung für den Bauabschnitt „Rohinstallation und Estrich“ kam übrigens auch heute. Zwei Tage bevor der Estrich überhaupt gegossen wird. Der Service der Rechnungszustellung funktioniert bei Kampa nämlich absolut reibungslos.

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