Pleiten, Pech und Pannen – drei Wochen Stillstand

Eine unserer Hauptsorgen nach der Hausstellung war, dass es in der Phase des Hausausbaus immer wieder zu Unterbrechungen und Zwangspausen kommen würde. Kampa agiert ja deutschlandweit und koordiniert dementsprechend auch seine Bautrupps. Und da schien es aus unserer Sicht schwierig, dies so zu organisieren, dass alles immer nahtlos ineinander greift. Jeder, der schon mal auf einen Telekomtechniker gewartet hat, weiß, was wir meinen.

Allerdings schienen diese Sorgen zunächst unbegründet. Direkt nach der Hausstellung wurden die Elektroleitungen gelegt und das Dach wurde gedeckt. Und nach nur wenigen Tagen Unterbrechung wurden dann die Wasser- und Lüftungsleitungen verlegt. Dann kamen die Fußbodenheizung und der Estrich. Und schon ein Tag später wurde das Material zum Verputzen der Außenfassade geliefert. Alles schien perfekt zu laufen, wie ein gut geöltes Uhrwerk. Wir waren so positiv gestimmt, dass wir unsere aktuelle Wohnung sogar einen Monat früher als geplant kündigten, da unser Bauleiter meinte, dass wir sieben Wochen nach der Estichtrockung einziehen können.

Und dann begannen die Probleme.

Estrich:
Kurz nachdem der Estrich begehbar war, fiel auf, dass es im OG einen deutlichen Höhenunterschied zwischen Flur und Schlafzimmer gibt. Der muss abgeschliffen werden.

Estrichtrocknung:
Ab der zweiten Woche läuft das Estrichheizprogramm der Fußbodenheizung. Wir heizen mit eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Da das Gerüst ungünstig platziert war, konnte die Außeneinheit weder aufgebaut noch angeschlossen werden. Das hatte zur Folge, dass alles mit dem Heizstab geheizt werden muss. Und da auch die Nebeneingangstür noch nicht eingebaut ist, heizen wir im EG sprichwörtlich während der gesamten Trocknung zum Fenster bzw. zur Tür heraus. Diese beiden Umstände sorgen natürlich auch für erheblich erhöhte Stromkosten. Das Trockenprogramm läuft mittlerweile an Tag 25. Laut Estrichtrockenplan von Kampa sollte ab Tag 21 durch eine Feuchtigkeitsmessung geprüft werden, ob der Boden belegsreif ist. Dies ist noch nicht passiert, weshalb das Heizprogramm munter weiter läuft. Kampa zahlt den Strom ja nicht.

Estrichheizprogramm:
Einige Tage nach Beginn des Heizprogramms fiel uns auf, dass eine Heizschlaufe im EG einen Durchfluss von nahezu Null hatte. Der Bauleiter versprach sich darum zu kümmern. Erst nach über einer Woche wurde der Heizkreislauf geöffnet. Da war der planmäßige Teil der Estrichtrocknung eigentlich schon vorbei.

Nebeneingangstür:
Die Geschichte dieser Tür ist so lang, dass es fast einen eigenen Post wert wäre. Hier die Kurzversion: es war ursprünglich eine ganz normale Haustür geplant. Erst nach Nachfragen von uns wurde eingeräumt, dass die Verbindungstür zwischen Wohnraum und Garage eigentlich rauchdicht und feuerfest (T-30) sein muss. Zu diesem Zeitpunkt war das Bemusterungsprotokoll schon fertig. Die Tür wurde nachträglich noch geändert. Und da es sich um einen Zugang zum Haus handelt, entschieden wir uns zusätzlich noch für ein Modell mit Einbruchsschutz. Kurz nach der Hausstellung wurde die Tür geliefert. Sie hatte die falsche Größe, die falsche Farbe und keinen Einbruchschutz. Zum Glück bemerkten wir das, bevor sie eingebaut wurde. Dann benötigte Kampa über vier Wochen für die Lieferung der neuen Tür. Diesmal stimmten immerhin Größe und Farbe. Wir sind gespannt wann der dritte Versuch geliefert wird. So lange heizen wir einfach weiter zum Fenster raus (s.o.)

Außenfassade:
Obwohl das Material schon seit drei Wochen bereit steht, wurden die Arbeiten, bis auf die Grundierung und das Verputzen der Nordwand, noch nicht begonnen. Dem Bautrupp fiel auf, dass außen am Haus noch einige Dinge fehlen, die vor dem Verputzen angebracht sein müssen. Es fehlen einige Fensterbretter, die Führungsschienen für die Rollläden und die Verblendung des Eckfensters. Alle Teile wurden bestellt. Sie kamen eine Woche später. Und waren alle in der falschen Größe. Bis heute kam keine neue Lieferung. Der Bautrupp ist wieder abgereist.

Terrassentüren:
Letzte Woche kam ein Monteur mit einer Nebeneingangstür, den zwei noch fehlenden Terrassentüren und den Innenfensterbänken. Die Nebeneingangstür war, wie oben beschrieben, falsch und konnte nicht eingebaut werden. Die Terrassentüren wurden eingebaut. Dann fiel uns auf, dass sie eigentlich beidseitig anthrazit sein sollten. Leider sind sie nur außen anthrazit und innen weiß. Sie müssen also wieder ausgebaut werden. Das macht den Holzbalken der Fachwerkfassade, mit denen sie verschraubt wurden, ganz bestimmt nichts aus. Das können wir problemlos noch 2-3 mal wiederholen. Immerhin die Innenfensterbänke waren richtig. Es wurde nur eine Fensterbank zu viel geliefert, als bestellt. Ein Blick ins Bemusterungsprotokoll hätte auch hier geholfen.

Garagentor:
Das Tor wurde immerhin schon bei der Hausstellung geliefert. Jetzt sollte es endlich eingebaut werden. Dann ist leider aufgefallen, dass das innen verlaufende Regenfallrohr in der Garage im Weg ist. Auf die neue kreative Rohrführung sind wir schon sehr gespannt. Die Bezeichnung Fallrohr trifft dann sicher nicht mehr zu. Allerdings schein auch Kampa noch zu grübeln, wie sie es machen wollen. Passiert ist nämlich noch nichts.

Dämmung der Innenwände:
Zum Abschluss noch ein Update zum letzten Beitrag. Die fehlende Dämmung wurde noch nicht eingebaut. Von wem auch, es arbeitet zur Zeit ja niemand auf der Baustelle.

Dass es bei einem so komplexen Projekt wie einem Hausbau zwangsläufig zu Fehlern und Verzögerungen kommt, war uns klar. Und noch ist zumindest nichts passiert, was nicht wieder korrigiert werden könnte. Aber wie schon häufiger beschrieben, ist es die schlechte Kommunikation und mangelnde Transparenz, die für uns daraus so eine frustrierende Erfahrung macht.

Alle E-Mails zu diesen und weiteren Themen blieben bisher unbeantwortet. Kampa scheut offensichtlich schriftliche und damit verbindliche Aussagen. Wenn wir unseren Bauleiter telefonisch erreichen, verspricht er sich um die Sachen zu kümmern, nur passieren tut – zumindest für uns erkennbar – wenig. Es entsteht der Eindruck, dass ein „Ja, ich kümmere mich darum.“ deutlich leichter über die Lippen geht und sich das Gespräch so schneller beenden lässt. Was wohl zwangsläufig die Art von Effizienz ist, die man braucht, wenn man ca. 20 Baustellen parallel betreuen muss.

Es gab nur ein Thema in den letzten drei Wochen, bei dem Kampa mal richtigen Einsatz gezeigt hat. Da wurde angerufen, Nachrichten geschickt und persönlich nachgehakt. Sie wollten das wir einen Bautenstandsbericht unterschreiben und die nächste Rechnung zahlen.

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